Spätestens im August beginnt bei mir die Zeit der Samtkürbisse und meine kleine Nähstube verwandelt sich in eine Kürbisplantage.
Dann liegen überall Stoffe in den schönsten Herbstfarben, Kissenfüllung steht bereit und nach und nach entstehen die ersten Samtkürbisse der Saison. Manche klassisch in warmen Herbsttönen, andere in Altrosa, Grün oder ausgefalleneren Farben.
Seit mittlerweile rund fünf Jahren nähe ich meine Stoffkürbisse selbst. Angefangen hat alles mit einer Idee, die ich irgendwann entdeckt hatte. Ich fand diese weichen Kürbisse damals so schön, dass für mich ziemlich schnell feststand: Das möchte ich selbst ausprobieren.
Aus dem ersten Versuch wurden weitere Kürbisse. Und irgendwann gehörten sie einfach fest zum Herbst beim Stoffengel dazu.

Warum ich meine Samtkürbisse am liebsten aus Pannesamt nähe
Den allergrößten Teil meiner Kürbisse nähe ich aus Pannesamt.
Ich mag den Stoff besonders gern, weil er je nach Lichteinfall immer ein bisschen anders wirkt. Durch den leichten Glanz sehen die Kürbisse edel aus, bleiben aber trotzdem weich und gemütlich.
Außerdem gibt es Pannesamt in unglaublich vielen Farben.
Natürlich dürfen bei mir die typischen Herbstfarben nicht fehlen. Aber ich mag es genauso, mit Farben zu spielen, die man vielleicht nicht sofort mit einem Kürbis verbindet. Altrosa, Olivgrün oder kräftigere Farbtöne können gerade in Kombination mit einer eher schlichten Einrichtung richtig schön aussehen.
Genau das gefällt mir an Stoffkürbissen so gut. Herbstdeko muss nicht immer nur Orange, Braun und Beige sein.
Manchmal darf es auch richtig kuschelig werden
Neben meinen Samtkürbissen habe ich auch schon Kürbisse aus Teddystoff genäht.
Die wirken direkt ganz anders.
Während Pannesamt für mich eher elegant und dekorativ aussieht, bekommt ein Kürbis aus Teddystoff sofort diesen gemütlichen Cozy-Look. Gerade für eine natürliche Herbstdekoration finde ich das wunderschön.
Bei diesen Kürbissen verwende ich besonders gerne echte kleine Äste oder Holzstücke als Stiel. Die sammle ich draußen in der Natur. Kein Ast sieht genauso aus wie der andere und dadurch bekommt auch jeder Kürbis seinen ganz eigenen Charakter.
Auch bei den Kürbisstielen lege ich selbst Hand an
Für meine Samtkürbisse habe ich irgendwann Kürbisstiele aus Kunststoff entdeckt. Die Form gefiel mir gut, ihre ursprüngliche Optik allerdings überhaupt nicht so richtig.
Also habe ich sie kurzerhand verändert.
Jeden einzelnen dieser Kürbisstiele bemale ich von Hand mit Goldfarbe. Dadurch bekommen sie eine ganz andere Wirkung und passen für mich viel besser zum leichten Glanz des Pannesamts.
Natürlich ist das ein zusätzlicher Arbeitsschritt. Aber genau solche Kleinigkeiten sind mir bei meinen handgemachten Sachen wichtig. Vom Stoff über die Füllung bis hin zum Stiel soll am Ende alles zusammenpassen.
So bekommt tatsächlich auch jeder einzelne Kürbisstiel noch einmal ein kleines Stück Handarbeit ab, bevor der fertige Samtkürbis meine Nähstube verlassen darf.
Was steckt eigentlich in meinen Stoffkürbissen?
Gefüllt werden meine Kürbisse mit Kissenfüllung.
Dadurch werden sie schön weich und bekommen ihre typische rundliche Form. Nach dem Füllen wird der Kürbis so gearbeitet, dass die einzelnen Segmente entstehen.
Und genau hier zeigt sich jedes Mal wieder, dass Handmade eben wirklich Handmade ist.
Kein Kürbis wird exakt wie der andere.
Mal wird einer etwas runder, mal etwas flacher. Einer bekommt stärkere Rundungen, der nächste wirkt etwas zierlicher. Selbst wenn ich denselben Stoff verwende, entstehen am Ende kleine Einzelstücke.
Und genau das mag ich daran.

Von den ersten Samtkürbissen bis zur kleinen Kürbisplantage
Wenn ich heute im August mit meiner Kürbisproduktion beginne, muss ich manchmal selbst ein bisschen darüber lachen, wie viele es im Laufe der Saison werden.
Aus ein paar Stoffstücken entstehen nach und nach Samtkürbisse in unterschiedlichen Größen und Farben.
Meine Nähstube sieht dann zeitweise tatsächlich wie eine kleine Kürbisplantage aus.
Denn für meine Märkte brauche ich natürlich eine gewisse Auswahl. Ich möchte nicht nur zwei oder drei Farben dabeihaben. Gerade bei den Kürbissen merke ich immer wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.
Die eine Person greift sofort zum klassischen Herbstton, die nächste verliebt sich ausgerechnet in eine Farbe, bei der ich beim Nähen selbst noch gedacht habe: Mal sehen, ob die jemand genauso schön findet wie ich.
Und meistens findet sich genau für diesen Kürbis jemand.
Samtkürbisse lassen sich immer wieder neu dekorieren
Ein weiterer Grund, warum ich Stoffkürbisse so gerne mag, ist ihre Vielseitigkeit.
Sie müssen nicht jedes Jahr gleich dekoriert werden.
Ein einzelner Samtkürbis kann schon auf einem Tablett, einer Kommode oder auf der Fensterbank schön aussehen. Mehrere Größen zusammen ergeben eine kleine Kürbisgruppe.
Dazu passen zum Beispiel Trockenblumen, Kerzen, Holz, Zweige, Kastanien oder andere Naturmaterialien.
Wer es eher modern mag, kann Samtkürbisse auch ganz schlicht dekorieren. Gerade ungewöhnlichere Farben brauchen oft gar nicht viel drumherum.
Und nach dem Herbst verschwinden sie einfach wieder in einer Kiste und können im nächsten Jahr erneut hervorgeholt werden.

Herbstdeko muss für mich nicht perfekt sein
Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich handgemachte Dekoration so gerne mag.
Sie sieht nicht aus wie hundert identische Teile aus einer großen Produktion.
Wenn ich einen Kürbis nähe, darf er seinen eigenen Charakter haben. Ein kleiner Ast darf krumm sein. Die Rundungen müssen nicht millimetergenau gleich aussehen und ein Stoff kann im Licht plötzlich ganz anders wirken als gedacht.
Genau diese kleinen Unterschiede machen für mich Handmade aus.
Ich nähe jeden Kürbis selbst und jeder einzelne geht durch meine Hände, bevor er irgendwann meine Nähstube verlässt.
Vom Stoffstück zum fertigen Samtkürbis
Ich finde es jedes Jahr aufs Neue schön zu sehen, wie aus einem einfachen Stück Stoff etwas entsteht, das später vielleicht auf einem Esstisch, einer Fensterbank, in einem Wohnzimmer oder sogar in einer herbstlichen Schaufensterdekoration steht.
Gerade größere Gruppen aus verschiedenen Farben und Größen können wunderschön wirken.
Und wahrscheinlich wird es deshalb auch in Zukunft spätestens im August wieder so sein:
Ich hole meine Samtstoffe hervor, die ersten Kürbisse entstehen und innerhalb kürzester Zeit sieht meine kleine Nähstube wieder aus wie eine Kürbisplantage.
Für mich gehört das inzwischen einfach zum Spätsommer und Herbst dazu.
Und auch nach fünf Jahren macht es mir immer noch Spaß, neue Farbkombinationen auszuprobieren und zu sehen, welcher Kürbis am Ende seinen ganz eigenen Platz findet.










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